Notfallplanung für Archive

Aus archium
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In den großen staatlichen Archiven nimmt die Notfallplanung einen sehr hohen Stellenwert ein, in kleinen Archiven wird sie oft sträflich missachtet.

Welche Notfälle können eintreten?

In erster Linie sind es Wasserschäden durch Hochwasser, Rohrbruch oder Löschwasser. Aber auch Einsturzgefahr und externe Katastrophen können eine kurzfristige Evakuierung des Archivguts bedingen.

Präventive Maßnahmen

  • Präventive Maßnahmen betreffen vor allem die Lagerung des Archivguts (z.B. in ausreichendem Abstand zum Boden) und die Verpackung. Eine einheitliche und leicht transportable Verpackung beschleunigt die Räumung des Magazins im Katastrophenfall deutlich.
  • Sinnvoll ist die Zusammenstellung einer »Notfallbox«, enthaltend Ausrüstungsgegenstände für die Bergung im Schadensfall. Diese Gegenstände (z.B. Plastiktüten, Taschenlampen, Schwämme, Wasserfeste Stifte, etc.) sind allesamt weder anspruchsvoll noch teuer – sollten aber im Notfall nicht erst zusammengesucht werden müssen. Liegen sie im Schadensfall schon bereit, gewinnt man sehr wertvolle Zeit.
  • Gerade ein Wasserschaden gleicht einem Wettlauf mit der Zeit. Feucht gewordenes Archivmaterial sollte schnellstmöglich eingefroren werden. Danach hat man sehr viel Zeit, die Restaurierung und ihre Finanzierung zu planen. Außerdem wird den Archivalien durch die Gefriertrocknung die Feuchtigkeit allmählich wieder entzogen.
  • Entsprechend ist es sinnvoll, schon vorher mit örtlichen Kühlhäusern in Kontakt zu treten und mögliche Ansprechpartner auf einer Telefonliste zu vermerken. Ähnliches gilt auch für kurzfristig verfügbare Hilfskräfte.


Das Stadtarchiv Grimma verfügte im August 2002 über diesen Notfallplan nicht. Deutlich mehr Archivalien hätten damals durch einfache Gefriertrocknung gerettet werden können.

Für die Einschätzung Ihrer Archivsituation, die Erstellung eines konkreten Notfallplans oder die Beschaffung einer Notfallbox kontaktieren Sie archium, wir beraten Sie sehr gerne.